Ökumenische Bundesgemeinschaft 
"Umkehr zum Herrn"

UzH Wien - Verein zur Erneuerung des christlichen Lebens

 

 


Der "18. Jänner" - Ein historischer Gottesdienst im Stephansdom am 18.01.1997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Gottesdienst "Einheit unter dem Kreuz" hätte eigentlich ein rein katholisches Jugendevent in Wien werden sollen. Ein großes Holzkreuz wurde 1996-97 durch verschiedene europäische Städte getragen werden, am
18. Jänner 1997 kam es nach Österreich und die Erzdiözese Wien wurde damit zum Gastgeber für eine große Jugendveranstaltung.

Nein, dieser Gottesdienst soll nicht nur im Rahmen der katholischen Kirche bleiben, wünscht sich Kardinal Schönborn. Zu weit ist die Ökumene in Wien schon vorangeschritten, zu weit entwickelt die Vernetzung durch den "Kreis zur Einheit" und einen beginnenden "Runden Tisch", als dass es nicht auf der Hand läge, auch die Christen der anderen Konfessionen zu einem ökumenisch gestalteten Gottesdienst einzuladen. Und genau das tut Schönborn. So wird ein breites Organisationskomitee zusammengerufen, das Programm für den Abend in ökumenischer Zusammenarbeit auszuarbeiten.

"Das große Dach des Doms ist weit genug, allen Christen Gastfreundschaft zu bieten", sagt Kardinal Schönborn sinngemäß am Ende der eindrucksvollen Feier, die mit einer öffentlichen Kundgebung auf dem Stephansplatz begonnen hatte. Das Kreuz Christi, anschaulich präsent in dieser Feier, beweist in der Tat an diesem Abend ein weiteres Mal die einigende Kraft des Evangeliums. Kurzpredigten von christlichen Verantwortungsträgern vieler Werke und Kirchen und Zeugnisse junger Christen, die das versöhnte Leben miteinander unterstreichen, füllen den inhaltlichen Rahmen des Gottesdienstes im Stephansdom. Ungewohnt für manche der anwesenden Freikirchler ist die Atmosphäre des großen Gotteshauses. Umso gewohnter dafür die Form von Lobpreis und Anbetung, gestaltet, wie könnte es anders sein, durch ein gemeindeübergreifendes Anbetungsteam. Auf ungewohnte Weise schließlich dargestellt, nämlich in Form einer Pantomime, wird die Botschaft von Kreuz, Erlösung auf Kraft der Auferstehung. Viele neue Elemente also, die an diesem Abend die Einheit der Christen im Stephansdom, der "spirituellen Mitte Österreichs", sichtbar und spürbar werden lassen.

   

   

                

Tausende von Menschen hat dieser Abend zusammengebracht. Für viele von ihnen wurde es in dieser Form zur ersten Begegnung mit Christen anderer Konfessionen und Denominationen. Im Nachhinein erinnert sich kaum jemand an den äußeren Anlass oder an die Bezeichnung dieses Begegnungstreffen. In die Geschichte der christlichen Einheit in Wien ging es schlichtweg als der "18. Jänner" ein. Der erlebte Segen Gottes an diesem Tag und das gewonnene gegenseitige Vertrauen der Verantwortlichen ließ es schon an dem selben Tag klar werden: Dies darf nicht die letzte Veranstaltung gewesen sein, in der Christen in Einheit ihr gemeinsames Zentrum des Glaubens feiern. Es braucht in regelmäßigen Abständen solche Veranstaltungen, in der Christen aller Bekenntnisse gemeinsam Jesus feiern und der Welt ein Zeugnis ihres Glaubens weitergeben können.

Gemeinsam erarbeitet der "Runde Tisch Österreich" Richtlinien für die zukünftige Zusammenarbeit und organisiert im Rahmen des Vereins "Weg der Versöhnung" Begegnungskonferenzen und Fürbittetreffen.

Die nächste Großveranstaltung in Wien findet im Juni 2001 statt. Zum "Fest für Jesus" versammeln sich 8000 Menschen auf dem Stephansplatz. Es wird deutlich, dass der Ball ins Rollen gekommen ist. Fast schon wird es als Selbstverständlichkeit empfunden, in großer Freiheit und Einheit gemeinsam in der Öffentlichkeit Jesus als den Herrn zu feiern.

Erneut Schauplatz einer ökumenischen Großveranstaltung wird der Stephansdom schließlich am 28.06.2008. Einen Tag vor dem Finalspiel der Europameisterschaft laden "Christen am Ball" zum "Fest der Hoffnung" in den Dom ein.  Die Türen des Gotteshauses stehen an diesem Tag weit offen, die Veranstaltung wird per Lautsprecher auch auf dem Stephansplatz übertragen. Auch dieser Abschluss eines stadtweiten, ökumenischen Evangelisationseinsatzes ist eine Frucht, die aus dem legendären Beginn am 18. Jänner 1997 hervorgegangen ist.

Link: Bericht über das "Fest der Hoffnung"

Text: Jo Hoffmann, "Umkehr zum Herrn", Wien